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Perk nach der Fusion: Reise- und Ausgabenmanagement mit Philippe Sahli und Eugen Triebelhorn
Reise- und Ausgabenmanagement als End-to-End-Prozess: Philippe Sahli und Eugen Triebelhorn zeigen, wie Perk Buchung, Spesen und Accounting auf einer Plattform vereint.
02.12.2025
Alina Nauen, Eugen Triebelhorn, Philippe Sahli
Dieses Interview basiert auf einer Folge des torq.partners Finance Podcasts mit den Gästen Philippe Sahli, Chief Spend Officer, und Eugen Tribelhorn, VP Revenue DACH bei Perk. Die komplette Folge ist auf Spotify und YouTube als Videopodcast verfügbar.
Warum ist die Kombination aus Travel und Spend mehr als nur „Travel & Expense“?
Die Reise startet selten beim Beleg und endet nicht bei der Erstattung. Erst wenn Reise, Spesen, Karten, Eingangsrechnungen und Buchung zusammenlaufen, verschwinden Brüche: Masterdaten sind einmal gepflegt, Daten fließen ohne Doppelpflege, und Verbuchung inkl. Umsatzsteuer-Logik passiert konsistent. Der Schritt von zwei starken Silos zu einer Plattform schafft genau diese Durchgängigkeit.
Welche Erkenntnisse liefert eure Studie zu „Shadow Work“ im Travel- und Finance-Umfeld?
Unternehmen verlieren massiv Zeit, weil Mitarbeitende Aufgaben außerhalb des Kerngeschäfts erledigen; etwa Reisebuchung, Belege sammeln oder manuelle Reconciliation. Die Kosten werden oft unterschätzt. Je mehr Schritte deterministisch ablaufen und Systeme integriert sind, desto stärker sinken Prozesskosten und Durchlaufzeiten, während Transparenz und Compliance steigen.
Was waren aus eurer Sicht die größten Pain Points vor der Akquisition?
Getrennte Tools führten zu Medienbrüchen: doppelte Stammdatenpflege, fragiles Matching, Sonderfälle bei Reisen (zum Beispiel Cancellations oder Hotel-Extras) und manuelle Nachbereitung im Accounting. CFO-Teams forderten verlässliche Datenübergaben und klare Verantwortlichkeiten entlang des End-to-End-Flows. Genau dort setzt die gemeinsame Plattform an.
Wie lief die Integration von Yokoy in Perk, technisch und kommerziell?
Vorarbeit aus der Partnerschaft hat geholfen: Funktionen wurden auf eine gemeinsame Plattform gehoben, die Marke vereinheitlicht, und Vertriebsteams für das erweiterte Produkt geschult. Pilot-„Squads“ testeten Go-to-Market und Prozesse, bevor breit ausgerollt wurde. Ziel war, dass Kund*innen die Historie zweier Firmen nicht mehr spüren, weder in der App noch im Datenfluss.
Welche kulturellen und organisatorischen Hürden musstet ihr nehmen?
Silos mussten aufgelöst werden: „wir“ und „sie“ weichen einem Plattform-Mindset. Das bedeutet neue Routinen in Kommunikation, Enablement und Deal-Orchestrierung. Gleichzeitig bleibt der Anspruch hoch: Integration passiert im laufenden Geschäft, ohne den Markttakt zu verlieren.
Was ändert sich konkret für bestehende Kund*innen und für neue?
Wer bereits beide Lösungen genutzt hat, profitiert von einer App, einem Login, einer Datenbasis. Masterdaten, Richtlinien und Limits sind zentral gepflegt; Workflows und Buchungen greifen ineinander. Neue Kund:innen können modulweise starten und ohne zusätzliche App-Einführung skalieren: Travel, Spesen, Karten, Invoices und Accounting wachsen in einem System zusammen.
Warum bleibt das Ökosystem offen, obwohl ihr eine Suite anbietet?
Offene Schnittstellen sind kein Nice-to-have, sondern ein Qualitätsversprechen. Nicht jedes Unternehmen passt 1:1 in eine Suite; Spezialanforderungen oder gewachsene IT-Landschaften brauchen Wahlfreiheit. Eine starke Plattform überzeugt über Produktqualität, nicht durch Abschottung.
Welche Lehren gebt ihr Gründenden für Exit-Readiness mit?
Fokus auf Produkt und Kund*innen schlägt kosmetische Exit-Reife. In der Praxis hilft ein belastbares Team aus Legal- und Finance-Expert:innen, kurze Entscheidungswege und saubere Unterlagen. Der Prozess bleibt intensiv, wird aber beherrschbar, wenn Technologie, Kundennutzen und Datenqualität stimmen.
Wie hat sich der Travel-Markt seit der Pandemie verändert, und welche Chance steckt darin?
Viele Unternehmen modernisieren Prozesse, die zuvor über klassische Reisebüros und Excel liefen. Der Trend geht zu digitaler Buchung, durchgängigen Freigaben und automatisierter Abrechnung. Das erhöht die Sichtbarkeit, senkt Kosten und macht Steuerung in Echtzeit möglich, besonders, wenn Travel & Spend gemeinsam gedacht werden.
Wohin entwickelt sich Perk in den nächsten Jahren?
Die Plattform steht am Anfang: Travel und Spend wachsen zusammen, Datenflüsse werden weiter verdichtet, und komplexe Anforderungen (z. B. Steuern, Anomalien) werden tiefer automatisiert. Die Richtung ist klar: weniger Shadow Work, mehr Steuerbarkeit: global, skalierbar und offen.
Was ist die Akquisition “in a nutshell“ für euch?
Es kommt zusammen, was zusammengehört: eine Plattform, die Reisen und Ausgaben end-to-end verbindet, nicht als Slide, sondern im täglichen Arbeiten spürbar. Und: Das ist erst der Anfang.
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