

Hinweis: In diesem Beitrag fassen wir die zentralen Erkenntnisse aus einer Folge des torq.partners Finance Podcasts zusammen und ordnen sie ein. Gemeinsam mit Maren Rau (Associated Partner, YPOG), erklären wir, worauf CFOs und Finance-Teams bei indirekten Steuern jetzt achten sollten; von Internationalisierung und Rechnungsstellung über Prozess- und Datenqualität bis hin zu E-Invoicing
Im Zweifel sollte frühzeitig eine spezialisierte Steuerberaterin bzw. ein spezialisierter Steuerberater konsultiert werden, bevor aus kleinen Fehlern teure Risiken werden. Operative Unterstützung durch eine*n Interim CFO oder Accounting Support kann dabei helfen, Klarheit zu schaffen und die Vorbereitung für die nächste Due Diligence strukturiert anzustoßen.
Indirekte Steuern (insb. Umsatzsteuer/VAT) knüpfen an Lieferungen und Leistungen an. Damit hängen sie direkt an Produkt, Preis, Prozess und Logistik, weniger an Rechtsform oder Reportingkalender. Wer die operativen Flows nicht versteht, kann Umsatzsteuer nicht sauber steuern.
Im Scaleup steigt die Umsatzsteuer-Komplexität sprunghaft: neue Länder, Kanäle und Produkte bedeuten andere Leistungsorte, Steuersätze und Registrierungspflichten. Fehler in der Steuerfindung/ERP, fehlende Reverse-Charge oder verspätete OSS-Anmeldungen führen zu Nachzahlungen, Zinsen und verlorener Vorsteuer. Besonders teuer sind rückwirkende Korrekturen über Jahre – meist wegen schwacher Datenqualität und nicht skalierter Prozesse.
Wer verkauft was, wohin und wie wird geliefert?
Praxis-Tipp: Erstelle eine Transaction Matrix (alle Eingangs-/Ausgangsleistungen, Partner, Orte, Konditionen, steuerliche Folgen) als Single Source of Truth. Eine Begleitung durch eine*n Fractional CFO kann die Strukturierung mit Finance, Sales, Logistics und Procurement beschleunigen.
„Der Steuerberater macht das“ ist kein Scope. Definiere daher am besten schriftlich:
Ergebnis: weniger Reibungsverluste, schnellere Monatsabschlüsse, geringere Prüfungsfeststellungen. Bei komplexen oder grenzüberschreitenden Sachverhalten empfiehlt sich die frühzeitige Einbindung einer professionellen Steuer- oder Finance-Beratung.

Führe einen Tax Readiness Check durch (USt., Ertragsteuer, Lohnsteuer); risikoorientiert entlang Finance, Operations, People.
Ziel: Findings vor der Due Diligence beheben, Kaufpreisdruck vermeiden, Enterprise Value schützen.
Typische Findings: Fehlende/fehlerhafte Steuersatzlogik, unklare Leistungsorte, keine belastbare Transaction Matrix, ungeklärter Advisor-Scope.
Ein Fractional oder Interim CFO kann Readiness-Checks koordinieren, Maßnahmen priorisieren und Lücken bis zur nächsten Finanzierungsrunde schließen.
Mit E-Invoicing und transaktionalen Meldungen verlagert sich die Prüfung von “Zahlensummen” zu Prozessen & Datenqualität.
Konsequenzen:
Fazit: Ohne saubere Daten gibt es kein schnelles, risikofestes Wachstum.
30 Tage-Plan
60 Tage-Plan
90 Tage-Plan
Was ist der häufigste Steuer-Fehler im B2C?
Falscher Steuersatz/Rechnungsinhalt: beides schlägt direkt auf Marge und Vorsteuer durch.
Brauchen wir einen internen Tax-Manager?
Ab steigender Komplexität und Internationalisierung ja, alternativ Unterstützung durch Fractional CFO und verlässlicher Accounting Support.
Wie beginne ich mit E-Invoicing?
Ist-Prozesse und Datenlage prüfen, Formatanforderungen klären, ERP-Fähigkeiten testen, Pilotflows definieren.
Hilft ein Readiness-Check wirklich beim Kaufpreis?
Ja, behebbare Findings vor der DD reduzieren Price Chips und beschleunigen die Transaktion.
Wie binde ich Nicht-Finance-Teams ein?
Mit einem gemeinsamen Design-Workshop (Sales, Logistics, Procurement, Finance) und einer freigegebenen Transaction Matrix.
Wen sollte man bei Unsicherheit konsultieren?
Eine spezialisierte Umsatzsteuerberatung. Ergänzend kann ein Interim CFO das Projekt strukturieren und die Umsetzung bis zur DD begleiten.