

Hinweis: In diesem Beitrag fassen wir die zentralen Erkenntnisse aus einer Folge des torq.partners Finance Podcasts zusammen und ordnen sie ein. Gemeinsam mit Matteo Benedetti zeigen wir, welche Maßnahmen CFOs jetzt priorisieren sollten, praxisnah für Startups, Scaleups und internationale Teams.
Für vertiefende Unterstützung beim Aufbau skalierbarer Forderungs- und Working-Capital-Prozesse verweisen wir auf unser Interim CFO Angebot.
Collections bewegen Liquidität. Ohne klare Prozesse verlängern sich DSO, Margen erodieren und zahlende Kunden subventionieren säumige. Eine frühzeitige, faire Ansprache und strukturierte Prozesse können den größten Teil des Geldes in den ersten 30–90 Tagen zurückführen. Mit Unterstützung im Bereich Interim Accounting bzw. durch eine*n Interim CFO lassen sich Collections-Programme schneller strukturieren, KPIs priorisieren und in bestehende Finance-Prozesse integrieren.
Servicierung (Inkasso im Auftrag) wahrt Kontrolle über Reputation, Tonalität und KPIs. Dadurch bleibt der „Upside" beim Gläubiger. Factoring dagegen bringt sofortige Liquidität, kostet jedoch Marge und Kontrolle.
Für kleinere Unternehmen kann Factoring punktuell sinnvoll sein. Für wachstumsstarke Organisationen überwiegt oft Servicing mit sauberem Setup.
Zwei KPIs stehen im Zentrum: Die Realisierungsquote (Recovery Rate) und die Geschwindigkeit bis zum Zahlungseingang (Time-to-Money). Es ist wichtig, auf Anreizsysteme zu achten: Eskalationsgebühren sollten nicht gegen schnelle Rückflüsse arbeiten.
Im B2C-Bereich dominieren drei Gründe für Zahlungsverzug: vergessen, nicht zahlungsfähig, nicht zahlungswillig. Jede Ursache erfordert eine andere Ansprache: vom freundlichen Reminder über Raten- oder Stundungsangebote bis zur rechtssicheren Eskalation.
Im B2B-Bereich sind es meist zwei Muster: vergessen (z. B. falsche Rechnungsadresse, Wechsel in der Buchhaltung) oder Insolvenz. Entsprechend liegt der Fokus auf sauberer Stammdatenpflege, dem schnellen Finden der richtigen Ansprechpartner und der Priorisierung der Forderung. Bei (drohender) Insolvenz zählen Fristen und Beleglage.
Das Ergebnis sind getrennte Workflows mit eigenen Textbausteinen und Eskalationspfaden.

Ein wirksames Mahnwesen berücksichtigt regionale Unterschiede bei Regeln, Fristen und Formulierungen und arbeitet mehrstufig mit klar definierten Eskalationspfaden. Standardisierte Vorlagen und dokumentierte Entscheidungstore erhöhen die Erfolgsquote und schützen die Marke. Vollständige Datensätze (also Rechnungen, Belege, Vertragsauszüge und Schadensdokumente) sowie transparente Übergaben zwischen Finance, Legal und Operations verkürzen Rückfragen.
Die KI liefert schnelle, fallbezogene Antworten und entlastet Teams von Routineaufgaben. Harte Kriterien wie z. B. Anwaltsschreiben gehen stets in den manuellen Vier-Augen-Prozess; “weiche” Kriterien steuert ein lernendes Confidence-Modell. Das Ergebnis: konsistente Qualität und menschliche Prüfung in Edge-Cases.
Eine internationale Skalierung funktioniert zuverlässig, wenn länderspezifische Vorgaben wie Verzugszinsen, Gebühren, Fristen, Mahnlogik sowie Sprache und Tonalität als verbindliche Policies im System hinterlegt sind. Dadurch bleibt die Compliance in jedem Markt gewahrt und die Kommunikation über Teams und Länder hinweg konsistent.
Ein sinnvoller Einstieg ist ein klar abgegrenzter Pilot mit exportierten Forderungen und definierten Kennzahlen wie Realisierungsquote, DSO und Time-to-Cash. Im Anschluss folgt die schrittweise API-Integration in ERP und Buchhaltung, flankiert von standardisierten Dashboards für Monitoring und Steuerung. Interim CFO und Interim Accounting reduzieren IT-Belastung, sorgen für schnelle Lerneffekte und legen eine skalierbare Basis.
Verbindliche Kommunikationsrichtlinien und nachvollziehbare Eskalationsregeln sichern die Tonalität und das Markenbild. Sensible Fälle erhalten eine verpflichtende Vier-Augen-Prüfung, und jede Interaktion bleibt auditierbar. Der Fokus auf Problemlösung statt Druck reduziert Fehlerquoten und fördert eine nachhaltige Zahlungstreue.
Ein wirksames Collections-Setup senkt DSO, stabilisiert den Cash-Bestand und verringert den Bedarf an teurem Working Capital. Gleichzeitig bleiben Preise wettbewerbsfähig, weil zahlende Kunden nicht länger säumige Zahler mitfinanzieren. Mit Fractional CFO-Begleitung lassen sich Working-Capital-Programme konkret steuern und quantifizieren.
In 30 Tagen: Mahnlogik prüfen, Datenanforderungen festlegen, erste Upload-Pipeline starten.
In 60 Tagen: B2B/B2C-Workflows trennen, KPIs/Anreize ausrichten, Guardrails für KI und Human-in-the-Loop definieren.
In 90 Tagen: API-Integration und Länder-Rollout planen und Reporting zyklisch steuern. So wird das Forderungsmanagement vom „blinden Fleck“ zum messbaren ROI-Treiber.
Als Fractional CFO und Interim CFO-Partner unterstützt torq.partners Startups und Scaleups beim Aufbau skalierbarer Forderungs- und Working-Capital-Prozesse – von KPI-Design über Interim Accounting bis zur Systemintegration.